Erziehung, bitte!
Das Dilemma
vieler kleiner Hunde ist, dass sie nicht oder nicht
ausreichend erzogen werden. In dem Bewußtsein,
dass der Hund aufgrund seiner Größe schon
keinen nennenswerten Schaden anrichten wird, lässt
man ihm vieles durchgehen, was man z.B. bei einem
Rottweiler oder Schäferhund unterbinden würde.
Dahinter steckt Bequemlichkeit (es kostet Zeit und
Mühe, den Hund zu erziehen), oder die Illusion
eines basisdemo-kratischen Miteinanders mit
dem Hund. Bei Labortieren kommt erschwerend dazu,
dass wir meinen, wir müssten sie für ertragenes
Leid entschädigen.
Unabhängig
von der Ursache hat ein Mangel an Erziehung fatale
Folgen für den Hund. Er ist überfordert
und genießt in der Regel ein deutlich geringeres
Maß an Freiheit als seine gut erzogenen Kollegen.
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Ein
Hund, der sich nicht abrufen lässt, weil man
versäumt hat, es ihm beizubringen, muss an
der Leine laufen.
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Ein
Hund, der nicht weiß, wie man sich fremden
Menschen oder anderen Hunden gegenüber verhält,
wird irgendwann keine Gelegenheit mehr zu Begegnungen
bekommen, weil seine Menschen, um Stress und Ärger
zu vermeiden, mit ihm fliehen, sobald am Horizont
Unerwartetes auftaucht.
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Ein Hund,
der nicht gelernt hat, auch mal allein zu sein ohne
zu jammern und die Wohnung umzudekorieren, sitzt
am Ende in einer geschlossenen Box, wenn er allein
zuhause ist.
Was ein Hund
können sollte, hängt auch von seinen Lebensbedingungen
ab. Die Anforderungen sind in dicht besiedelten Großstädten
andere als in einer ländlichen Umgebung. Ganz wichtig
ist, dass sich alle Menschen, die mit der Erziehung
des Hundes zu tun haben, über Erziehungsziele und
-methoden einigen.
- Muss der Hund
kommen, wenn ich ihn rufe?
- Hat er ein Recht auf permanente
Aufmerksamkeit?
- Darf er aufs
Sofa?
- Darf er im Bett schlafen?
- Darf er im Haus toben?
- Darf er zuerst Besucher begrüßen?
- ...
Überlegen
Sie sich am besten schon im Vorfeld, was Sie Ihrem Hund
beibringen möchten oder was für ein harmonisches
Miteinander erforderlich ist.
Die Grundlage
für eine erfolgreiche Erziehung ist ein vertrauensvolles
Verhältnis zwischen Mensch und Hund. Sie müssen
für Ihren Vierbeiner ebenso berechenbar sein wie
er für sie. Das setzt voraus, dass Mensch und Hund
einander verstehen.
Zu diesem Thema
finden Sie in Buchhandlungen meterweise Fachliteratur.
Einge Bücher stellen wir Ihnen nach und nach in
der Rubrik "Für
Sie gelesen" vor. Erwarten Sie bitte keine
Patentrezepte, die universell für jeden Hund zu
jeder Zeit zum gewünschten Erfolg führen.
Diejenigen von Ihnen, die mehr als ein Kind haben, wissen,
dass Erziehungs-methoden den individuellen Voraussetzungen
angepasst werden müssen. Das ist bei Hunden genauso.
Es gibt mehr als einen Weg nach Rom. Dabei sollten neue
wissenschaftliche Erkenntnisse allerdings Berücksichtigung
finden.
Wenn Hunde vor
30 Jahren stubenrein wurden, obwohl
sie mit der Nase in Urin und Kot gesteckt wurden, heißt
das nicht, dass dies eine adäquate Methode ist.
Wenn ein Hund sich nicht verhält wie wir es erwarten,
bedeutet das nicht, dass wir ein Dominanzproblem
haben. Allzu lange wurden alle Missverständnisse
zwischen Mensch und Hund auf diese Weise erklärt.
Inzwischen wissen
wir, dass wir über positive Verstärkung vieles
erreichen können. Erwischen Sie Ihren Hund
dabei, wenn er etwas richtig macht!
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