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Postanschrift:
Laborbeaglehilfe e.V.
z. Hd. Gisela Wertich
Keilerweg 1
D - 35428 Langgöns |
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Erste Hilfe für den
Hund
Einleitung
Fast jeder Hundehalter befindet
sich irgendwann einmal in einer Situation wo es sehr
hilfreich wäre, einfache Kenntnisse über
die erste Hilfe beim Hund zu haben. Manchmal kann
man Schmerzen lindern, manchmal vielleicht sogar das
Leben des Hundes retten, in jedem Fall, kann es aber
nicht schaden, wenn man für den Ernstfall gerüstet
ist.
Dieser Artikel soll auf keinen Fall die Arbeit des
Tierarztes ersetzen. Er soll lediglich Grundkenntnisse
vermitteln um zu erkennen, ob ein Tierarztbesuch nötig
ist und wie man auf dem Weg zum Tierarzt erste Maßnahmen
ergreifen kann, um das Leben des Hundes zu retten.
Im Zweifel gilt: Immer zum Tierarzt, besser einmal
zuviel als einmal zuwenig!
Der gesunde Hund -
so soll es sein
Um zu erkennen, ob der Hund
krank ist, muss man erst einmal wissen, wie sich der
gesunde Hund verhält. Das schließt unter
anderem auch bestimmte Werte wie z.B. Körpertemperatur,
Atemfrequenz und Pulsfrequenz mit ein. All diese Werte
kann man ganz leicht und ohne spezielle Hilfsmittel
(außer einem Fieberthermometer und einer Taschenlampe)
zuhause messen.
Verhalten:
Hunde nehmen ihre Umwelt genauso wie wir Menschen
hauptsächlich mit Hilfe der Augen, Ohren und
der Nase wahr. Ein gesunder Hund wird Interesse an
seiner Umwelt zeigen, d.h. dass sich Ohren, Augen
und Kopf bewegen. Je nach Vorgeschichte des Hundes
sollte er nicht übermäßig nervös
sein, genausowenig wie extrem schläfrig. Der
erwachsene Hund ist ruhig und aufmerksam.
Fressen und Trinken:
Futter- und Wasseraufnahme sind von Hund zu Hund verschieden.
Eine entscheidende Rolle spielt die Größe
und Aktivität des Hundes und das Klima. Je nach
Art des Futters wird ein Hund ca 40 – 60ml Wasser
pro kg Körpergewicht und Tag zu sich nehmen.
Er sollte nie mehr als 100ml Wasser pro kg Körpergewicht
trinken. Ein 10kg schwerer Hund trinkt normalerweise
also ungefähr einen halben Liter Wasser pro Tag.
Fell und Haut:
Das Fell spiegelt die Gesundheit der Haut und innerer
Organe wider. Es sollte glatt, glänzend und frei
von Schuppen sein.
Körpertemperatur
Die Messung der Körpertemperatur erfolgt mit
einem Fieberthermometer, das mit Öl gleitfähig
gemacht und in den After eingeführt wird. Bei
kleineren Hunden sollte die Temperatur zwischen 38,5
und 39,0°C liegen, bei größeren Rassen
zwischen 38,0 und 38,5°C. Bei Anstrengung oder
hoher Außentemperatur kann die Körpertemperatur
auch etwas höher liegen.
Atmung
Die Atmung kann man ganz einfach beurteilen indem
man sich schräg hinter den Hund stellt/kniet
und das Heben und Senken des Brustkorbes und Rippenbogens
beobachtet. Die Atemfrequenz (Anzahl der Atemzüge
pro Minute) sollte zwischen 10 und 40 liegen. Beim
gesunden Hund ist die Einatmung etwas kürzer
als die Ausatmung.
Puls
Den Puls misst man bei Hunden normalerweise an der
Innenseite des Oberschenkels. Dazu umfasst man den
Oberschenkel weit oben und von vorne mit der ganzen
Hand. Der Daumen sollte auf der Außenfläche
liegen, Zeige- und Mittelfinger innen. Die Oberschenkelarterie
ist ein recht dickes Gefäß, das man relativ
einfach findet. Kann man den Puls gut fühlen,
zählt man die Pulsschläge innerhalb von
15 Sekunden und multipliziert mit 4. Der Puls von
kleineren Hunden liegt bei 100 bis 120 Schlägen
pro Minute, der von großen Hunden bei ca 80
bis 100. Wenn man den Puls nicht fühlen kann,
kann man versuchen den Herzschlag zu zählen,
indem man den Kopf oder die Hand hinter den Ellenbogen
des Hundes auf den Brustkorb legt.
Schleimhäute
Die Farbe der Schleimhäute wird an der Maulschleimhaut
und an der Lidbindehaut beurteilt. Die Lidbindehaut
kann man sehen, wenn man mit den Daumen beider Hände
Ober- und Unterlid des Auges auseinanderzieht und
gleichzeitig mit dem oberen Daumen leicht auf den
Augapfel drückt. Die Maulschleimhaut wird durch
Aufklappen der oberen Lefze beurteilt. Die Schleimhäute
sollten blassrosa sein.
Wenn man einige Zeit auf die Schleimhaut der Maulhöhle
drückt, sollte der dadurch entstandene weiße
Fleck, innerhalb von 3 Sekunden wieder die ursprüngliche
Farbe annehmen. (Kapillarfüllungszeit)
Pupillenreflex
Leuchtet man mit einer Taschenlampe in das Auge, sollte
sich die Pupille sofort und ohne Zögern verengen.
Geht es meinem Hund
nicht gut? Symptome die auf eine Krankheit hindeuten
Leider können Hunde uns
Menschen nicht sagen wenn es ihnen schlecht geht oder
ihnen etwas weh tut. Es gibt aber eine Reihe von Zeichen,
die auf eine Krankheit hinweisen. Einige sind deutlich,
andere sind nur schwer zu erkennen bzw. erst dann,
wenn der Hund schon länger an einer Krankheit
leidet.
Mögliche Anzeichen für eine Krankheit:
-
Verändertes
Verhalten: Ist der Hund ruhiger, apathisch, schläft
er mehr als sonst? Steht er schwer auf, sind ihm
gewisse Berührungen unangenehm? Zittert er
oder ist schwach? Macht er einen Katzenbuckel und
lässt den Schwanz hängen?
-
Futteraufnahme:
Frisst er normal, mit Appetit und nicht mehr oder
weniger als sonst? An heißen Sommertagen fressen
Hunde meist etwas weniger als normal. Erbricht er
das Futter häufig? Ist der Kot normal geformt
und nicht zu fest oder zu weich?
-
Wasseraufnahme:
Trinkt der Hund die normale Menge oder eher übermäßig
viel? Hat er beim Wasserlassen Probleme, setzt er
häufiger, mehr oder weniger Harn ab als sonst?
-
Atmung:
Hat er Beschwerden beim Atmen, oder hustet er sogar
öfter? Atmet er schwerer oder schneller als
sonst?
-
Fell und
Haut: Ist das Fell glanzlos, schuppig und gesträubt?
Gibt es kahle Stellen, leidet der Hund unter starkem
Haarausfall?
Diese Symptome und noch viele
mehr können auf bestimmte Krankheiten hinweisen.
Die meisten Ursachen kann man erst durch genauere
klinische Untersuchungen herausfinden, deshalb wäre
ein Tierarztbesuch angeraten, wenn bestimmte Abweichungen
zum normalen Verhalten längerfristig oder immer
wieder auftreten.
Erste Hilfe bei Verletzungen
und der Transport von verletzten Hunden
Oberste Priorität, wenn
man sich um verletzte Tiere kümmert, hat immer
die eigene Gesundheit. Verletzte Tiere stehen oftmals
unter Schock und verhalten sich ganz anders als normal.
Man sollte immer davon ausgehen, dass sich ein verletztes
Tier zur Wehr setzt und deshalb dementsprechend vorsichtig
handeln. Auch der liebste Familienhund kann plötzlich
zubeißen, wenn er z.B. von einem Auto angefahren
wurde und es hilft niemandem, wenn man unvorsichtig
ist und am Ende noch selbst gebissen wird.
Es gibt verschiedene Arten
von Verletzungen, die von offenen Wunden und Knochenbrüchen
bis hin zu Prellungen und Zerrungen reichen. Wichtig
ist, dass man sich zuerst in Ruhe einen Überblick
verschafft und erst dann entsprechende Maßnahmen
einleitet.
Wundversorgung
Hat der Hund blutende Wunden
ist es wichtig, dass man die Blutung stillt und Verschmutzung
oder bakterielle Infektion der Wunde verhindert.
Blutungen stoppt man, indem man lange festen Druck
auf die Wunde ausübt oder einen Druckverband
anlegt. Die Wunde wird zuerst mit viel klarem Wasser
(oder steriler Kochsalzlösung falls vorhanden)
gereinigt und anschließend mit einer Desinfektions-Lösung
(z.B. Braunol) oder einem Spray desinfiziert. Dann
deckt man sie mit einem sterilem Tupfer ab.
Knochenbruch-Versorgung
Hat sich der Hund einen oder
mehrere Knochen gebrochen, merkt man das meistens
daran, dass er lahmt, deutliche Schmerzen hat, die
Bruchstelle geschwollen ist und eventuell bei Bewegung
knirscht. Die Pfoten können außerdem unnormal
gestellt sein.
Knochenbrüche, vor allem offene (d.h. auch die
Haut ist verletzt und blutet), können sehr gefährlich
sein und sollten deshalb vom Tierarzt erstversorgt
werden. Als Hundebesitzer kann man lediglich einen
gepolsterten Verband anlegen, ohne dabei das Bein
zu verdrehen. Eine Schiene sollte man nicht anlegen.
Die Wunde sollte nicht gereinigt, sondern höchstens
mit einem sterilen Tupfer abgedeckt werden, da die
Infektionsgefahr für den Knochen bei Reinigung
mit Wasser zu groß ist.
Verband anlegen
Ein richtiger Verband besteht
aus mehreren Teilen:
Die Wundabdeckung liegt der
Wunde auf und schützt vor Verschmutzung oder
Ankleben des Verbandes. Verwendet werden hier sterile
Tupfer oder sterile Wundauflagen.
Der Polsterstoff erhöht den Tragekomfort und
verhindern Durchblutungsstörungen. Verwenden
kann man hier z.B. Zellstoff.
Der Fixationsstoff liegt ganz außen und schützt
den Verband vor Verrutschen und Verschmutzung. Er
sollte atmungsaktiv und wasserabweisend sein. Man
muss darauf achten, dass man die letzte Schicht nicht
zu eng anlegt, da sonst die Durchblutung gestört
wird und das Gewebe im schlimmsten Fall sogar absterben
kann.
Um einen Verband anzulegen
geht man so vor: Zuerst wird die Wunde wie oben beschrieben
gereinigt. Dann legt man die Wundabdeckung auf die
Wunde. Als nächstes kommt die Polsterung. Damit
diese nicht verrutscht, kann man sich ein doppelseitiges
Klebeband basteln, indem man die Enden eines Klebebandes
umschlägt. Man legt das Klebeband auf die unverletzte
Haut auf und wickelt die Polsterung darüber.
Mit dem Umwickeln beginnt man immer unten und geht
dann langsam nach oben. Außerdem wickelt man
immer von außen nach innen. Normalerweise wickelt
man auch immer das untere und obere Gelenk mit ein
(auf die Stellung der Pfote achten). Genauso geht
man beim Anlegen des Fixationsstoffes vor. Oben und
unten sollte immer ca. 1 cm Polsterung hervorstehen,
um Reibungsstellen an der Haut zu verhindern.
Um zu Überprüfen, ob der Verband auch nicht
zu fest sitzt, sollte man nach einiger Zeit die Wärme
der Pfoten kontrollieren. Sind die Pfoten sehr kalt,
sitzt der Verband vermutlich zu eng.
Muss man die Zehen in den Verband miteinbeziehen,
sollte man immer etwas Polsterstoff in die Zehenzwischenräume
schieben, damit sich keine Ekzeme aufgrund der Schweißabsonderung
bilden.
Transport von verletzten
Hunden
Wenn man zu zweit ist, sollte man den Hund immer auf
einer improvisierten Trage transportieren. Das kann
z.B. eine Decke, ein Handtuch oder eine Jacke sein.
Auch breite Bretter eignen sich gut.
Man sollte versuchen, jeden Stress zu vermeiden. Stress
kann durch falsche Lagerung auf der Trage, fremde
Menschen, unbekannte Umgebung (laute Musik, Zigarettenrauch,
usw...) und unvorsichtiges Transportieren entstehen.
Hat man keinen Helfer, sollte man versuchen, den Hund
möglichst schonend zu tragen. Am besten ist es,
wenn man den Hund mit beiden Armen vorne an der Brust
und hinter den Hinterpfoten umfasst und so aufhebt.
Der Schock - Sofortmaßnahmen
Wenn der Hund in einen Schockzustand
fällt, heißt das nicht, dass er sich vor
etwas erschreckt, sondern, dass der Körper mit
massiven Kreislaufstörungen zu kämpfen hat.
Es gibt verschiedene Arten des Schocks, je nachdem
welche Ursache dafür verantwortlich ist. Allen
gemeinsam ist eine Verminderung der Gewebedurchblutung
und ein darauf folgendes falsches Verhältnis
zwischen Sauerstoffbedarf und –angebot.
Der Körper leitet ein Notfallprogramm ein, um
schwerwiegende Schäden an Gehirn, Herz und Lunge
zu verhindern, die Gefäße im Gewebe und
später auch in bestimmten Organen (Leber, Niere,
Verdauungsorgane), werden enger, damit das Blut in
den absolut lebenswichtigen Organen konzentriert wird.
Leider geht das –im fortgeschrittenen Zustand-
auf Kosten der anderen Organe, wie Niere und Leber.
Aufgrund der schlechten Durchblutung dieser Organe
werden giftige Stoffwechselprodukte nicht abtransportiert
und der Körper wird sozusagen langsam vergiftet.
Deshalb ist es wichtig, dass die Schockursache so
schnell wie möglich abgestellt wird.
Der Schock ist also ein absolut lebensbedrohlicher
Zustand und der Hund sollte sofort zum Tierarzt gebracht
werden.
Ursachen:
-
Innere
oder äußere blutende Verletzungen (Autounfall,
Schussverletzung, Knochenbruch...)
-
Vergiftungen
-
Tumore
-
Flüssigkeitsverluste
durch ständiges Erbrechen und Durchfall
-
Verbrennungen
-
Herzerkrankungen
in Zusammenhang mit Belastung oder ungünstigem
Klima
-
Allergie
(anaphylaktischer Schock)
-
Blutvergiftung
-
Zellgifte
von Bakterien
-
Hirntrauma
Symptome:
Der Hund wird apathisch, kaum ansprechbar und manchmal
liegt er in Seitenlage. Die Schleimhäute sind
sehr blass bis weiß und die Kapillarfüllungszeit
erhöht. (länger als 3 Sekunden) Die Pulsfrequenz
steigt, der Puls ist schwach (schlecht fühlbar),
die Atmung ist beschleunigt und die Hautoberfläche
sehr kühl (vor allem Pfoten, Ohren, Schwanz).
Bei Herzerkrankungen, Allergien oder Blutvergiftungen
leidet der Hund unter Atemnot.
Maßnahmen:
Der Hund sollte sofort zum Tierarzt gebracht werden.
Auf dem Weg dorthin kann man einige Maßnahmen
ergreifen:
-
den Hund
beruhigen
-
für
genügend Luftzufuhr sorgen: Erbrochenes oder
Blut aus dem Maul entfernen, Kopf strecken und Zunge
vorziehen.
-
Hund soweit
möglich in eine Decke einwickeln bzw die Pfoten
wärmen
-
Ursachen
beseitigen: Bei Knochenbrüchen schonend transportieren,
gebrochene Beine nicht unter dem Körper lagern,
möglichst wenig bewegen. Blutung stillen. Überlegen
ob Herzkrankheiten vorliegen oder ob der Hund von
Insekten gestochen wurde. Hat er etwas Vergiftetes
gefressen? Bekommt er Medikamente? Alles dem Tierarzt
erzählen.
Kranke Organe und
andere Notfälle - wie helfen?
Bewusstlosigkeit
Hunde können, wie wir Menschen, aus verschiedenen
Gründen das Bewusstsein verlieren. Ein Sturz
oder Schlag auf den Kopf kann z.B. die Ursache sein.
Außerdem kann starker Blutverlust (? Schock)
oder große Schmerzen Bewusstlosigkeit verursachen.
Maßnahmen: Auf die rechte Seite legen (falls
ev. vorhandene Wunden oder Brüche es zulassen),
Tier ansprechen, Atmung, Pulsschlag und Pupillenreflex
überprüfen. Atemwege freihalten und für
genügend frische Luft sorgen, vor Unterkühlung
schützen.
Vorhandene Blutungen stoppen.
Augenverletzungen
Beagles sind Hunde, die meist von Natur aus mit tiefer
Nase Fährten und Spuren verfolgen. Da sie bei
der Verfolgung einer interessanten Spur oftmals auch
nicht vor Gebüsch Halt machen, sind sie besonders
anfällig für Augenverletzungen.
Symptome: Hunde die sich am Auge verletzt oder sogar
einen Fremdkörper eingestochen haben, kratzen
sich häufig mit den Pfoten und schütteln
den Kopf oder reiben sich an Wänden und Möbeln.
Das Auge tränt und nach einiger Zeit entsteht
eine Augenentzündung mit eitrigem Ausfluss. Es
können Blutungen am Lid und im Augapfel entstehen
und die Lider können geschwollen sein.
Maßnahmen: Befinden sich Fremdkörper im
Auge, kann man versuchen, sie durch vorsichtiges Spülen
mit einer Einwegspritze (ohne Nadel!) hinauszuschwemmen.
KEINEN Kamillentee! Zum Spülen immer nur Wasser
(falls vorhanden, ist sterile Kochsalzlösung
noch besser) verwenden. Im Kamillentee befinden sich
mikroskopisch kleine Schwebteilchen der Blüten,
die das Auge zusätzlich reizen. Steckt der Fremdkörper
in der Hornhaut, dort belassen und sofort zum Tierarzt
fahren.
Den Hund daran hindern am Auge zu kratzen. Wenn der
Hund das Auge nicht mehr schließen kann bzw.
bei Schwellungen, kann man eine feuchte Kompresse
auflegen um das Auge zu kühlen und es vor Austrocknung
zu schützen. Man sollte auf keinen Fall eigenmächtig
eine Augensalbe verabreichen. Gerade bei Verletzungen
am Augapfel kann die falsche Salbe zur Ablösung
der Hornhaut und somit im schlimmsten Fall sogar zur
Erblindung des Auges führen.
Magendrehung
Die Magendrehung betrifft vor allem große Hunde,
aber auch kleinere Rassen bleiben nicht verschont.
Bei der Magendrehung werden –wie der Name schon
sagt- durch Verdrehung des Magens der Ein- und Ausgang
verschlossen und bei der Verdauung entstehende Gase
können nicht mehr entweichen. Der Magen dehnt
sich immer weiter und verdrängt andere Organe,
dadurch fällt das Atmen schwerer. Meist werden
auch wichtige Blutgefäße abgeschnürt
und aufgrund dessen sterben die Magenwände ab.
Außerdem kann es durch die verlorene Blutmenge,
die im Magen „festsitzt“, schnell zu einem
Schock kommen.
Die Magendrehung ist ein absoluter Notfall! Auch wenn
man nur den leisesten Verdacht hat, dass bestimmte
Symptome auf eine Magendrehung hinweisen, sollte man
sofort und ohne Zögern in die nächste Tierklinik
fahren. Hier geht es wirklich um jede Minute!
Symptome: Hund erbricht oder versucht zu erbrechen,
der Bauch ist aufgebläht, Hund fühlt sich
unwohl und ist schwach.
Maßnahmen: auf schnellstem Weg zur Tierklinik;
Nicht unter dem Bauch tragen.
Darmverschluss
Hunde die gerne Gegenstände schlucken oder verbotenerweise
Verpackungen mitfressen, sind in den darauffolgenden
Tagen genau zu beobachten. Es könnte sein, dass
der Fremdkörper im Darm steckenbleibt und den
Verdauungsweg vollkommen verschließt. Ähnlich
wie bei der Magendrehung, dehnt sich der Darmabschnitt,
indem der Fremdkörper feststeckt, aus, bis Blutgefäße
abgeschnürt werden und die Darmwand abstirbt.
Dadurch wandern Giftstoffe aus dem Darm ins Blut und
es kommt zu einem septischen Schock, der tödlich
enden kann.
Ein weiterer Grund für Darmverschluss könnte
auch das Verfüttern von Knochen sein. Eine zu
große Menge an Knochen kann den sogenannten
„Knochenkot“ verursachen. Der Kot wird
weißlich und steinhart, es kommt zur Verstopfung
die auch zum Darmverschluss führen kann.
Symptome: andauerndes Erbrechen; Hund versucht Kot
abzusetzen, es kommt wenig bis garnichts; Schmerzen
im Bauchraum, schlechter Allgemeinzustand, Hund liegt
vorne und steht dabei mit den Hinterpfoten
Maßnahmen: Kein Futter mehr geben, außer
bei Knochenkot, da kann man versuchen, den Kot mit
der Gabe von mehreren Esslöffeln Öl aufzuweichen.
Ev. Schockmaßnahmen. Tierarzt aufsuchen.
Fremdkörper in den
Atemwegen
Hunde die gerne an Hölzern nagen oder in hohem
Gras oder Getreidefeldern stöbern, können
einen Fremdkörper (Splitter, Grannen, Halme,...)
einatmen oder „fehlschlucken“ der dann
in der Luftröhre steckenbleibt. Im schlimmsten
Fall bekommt der Hund sofort keine Luft mehr und er
droht zu ersticken. Manchmal steckt der Fremdkörper
aber auch erst einige Tage im Rachenraum oder in der
Luftröhre, bis sich das Gewebe rundherum entzündet
und anschwillt, was dann zu starker Atemnot führt.
Symptome: Plötzliches Würgen und Husten,
Schluckbeschwerden, Atemnot, blaue Schleimhäute
und Zunge. Später, wenn der Fremdkörper
unbemerkt längere Zeit steckt ev. auch Fieber
und Husten mit eitrigem Auswurf.
Maßnahmen: Wenn der Hund es sich gefallen lässt,
kann man das Maul öffnen und nachsehen, ob man
den Fremdkörper sieht. Falls ja ev. mit der Hand
entfernen. Jeden Stress und Anstrengungen vermeiden
um die Atemnot nicht zu verstärken. Bei Erstickungsanfall
versuchen, den Gegenstand aus dem Hund zu bekommen,
indem man ihn an den Hinterbeinen hochält. Für
frische Luft sorgen. Sofort zum Tierarzt.
Herzversagen
Herzversagen tritt meistens bei Hunden auf, die an
chronischen Herzkrankheiten leiden, vor allem an heißen
Tagen oder bei großer körperlicher Anstrengung
bzw. Stress.
Das Herz arbeitet nicht mehr richtig, es kann also
mit normaler Pumpleistung nicht genügend Blut
durch den Körper schicken. Um trotzdem alle Organe
und Zellen mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen
zu versorgen, kommt es zunächst zu einer Kompensation,
indem es schneller schlägt – die Pulsfrequenz
steigt.
Irgendwann bricht dieses System aber zusammen, das
Blut staut sich in der Lunge und im Bauchraum, dadurch
tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen
ins Gewebe aus.
Symptome: Die Hunde leiden aufgrund der Wasseransammlung
in der Lunge unter Atemnot und es kommt zu Hustenanfällen
und rasselnden Geräuschen beim Atmen bis hin
zu Atemnot oder Erstickungsanfällen. Die betroffenen
Hunde sitzen oft mit gespreizten Beinen, da das Atmen
dann leichter fällt. (? nicht in eine bestimmte
Lage zwingen). Sie sind schwach und haben blasse Schleimhäute.
Maßnahmen: Stress und Hitze vermeiden. Für
frische Luft sorgen. Auf dem Weg zum Tierarzt Puls,
Atmung und Schleimhäute regelmäßig
kontrollieren. Schockmaßnahmen.
Epileptischer Anfall
Epileptische Anfälle können verschiedene
Ursachen haben z.B. Stress, Tumore, Vergiftungen,
Gehirntraumata, usw.... Bei manchen Rassen (auch beim
Beagle) kann Epilepsie häufiger vorkommen als
bei anderen Rassen.
Symptome: Die Hunde zeigen meistens mehrere Symptome
die in einer bestimmten Reihenfolge auftreten. Einige
Hunde zeigen wiederrum nur wenige oder sogar nur eines
der nachfolgenden Symptome: Unruhe, Angst, Zittern,
plötzliches Umfallen mit Bewusstseinsstörung,
Zuckungen und Verkrampfung der Gliedmaßen, Speicheln,
verkrampfte Kaumuskulatur, Urinabsatz und Kotabsatz
während der Krämpfe, anschließend
langsame Erholung.
Maßnahmen: Den Hund während der Anfälle
vor Verletzungen (z.B. durch Anschlagen an Möbeln)
schützen. Wenn sich die Kaumuskulatur noch nicht
verkrampft hat, sollte man versuchen einen Kochlöffel
oder Stock zwischen die Zähne des Hundes zu klemmen,
damit er sich die Zunge nicht abbeißt. (Vorsicht,
auf keinen Fall mit den Fingern in das Maul greifen.
Wenn sich die Muskulatur dann verkrampft, kann der
Hund unter Umständen die Finger abbeißen!).
In der Erholungsphase ruhig verhalten und Stress vermeiden.
Dauert der Anfall mehrere Minuten, sollte der Hund
so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht
werden.
Hitzschlag
Hunde können Wärme schlechter ableiten als
Menschen. Anders als wir, leiten Hunde die Wärme
hauptsächlich über Hecheln und die Pfotenballen
ab. Daher kommt es bei Hunden in einer heißen
und schlecht belüfteten Umgebung (z.B. im Auto)
sehr viel schneller zu einer Überhitzung des
Körpers und in späterer Folge sogar zum
Tod.
Da der Körper die Wärme ableiten möchte,
erweitern sich vor allem die Hautgefäße,
somit werden die inneren Organe schlecht durchblutet,
es kommt zum Kreislaufversagen und letztendlich zum
Schock und zum Zusammenbrechen aller Organe und deren
Funktionen.
Symptome: Schnelle Atmung (starkes Hecheln), schneller
Puls, erhöhte Körpertemperatur, Erbrechen,
Durchfall, Austrocknung, Mattigkeit, Krämpfe,
Schock
Maßnahmen: Das Tier sollte sofort an einen kühleren
Ort gebracht und langsam abgekühlt werden. Die
Abkühlung darf nicht zu schnell geschehen, am
besten umwickelt man die Pfoten, Ohren und den Schwanz
mit kalten Tüchern und sorgt für ausreichend
Frischluft (Ventilator). Ist es bereits zum Schock
gekommen ? Schockmaßnahmen ohne Wärmen.
Körpertemperatur kontrollieren und den Tierarzt
aufsuchen.
Unterkühlung
Die Körpertemperatur sinkt auf 30 – 35°
C. Hunde, die im Winter weglaufen oder im Auto gelassen
werden, sind häufig davon betroffen.
Symptome: Zittern, verminderte Herzfrequenz, langsame
Reaktionen und Stoffwechselvorgänge
Maßnahmen: Langsam anwärmen (Decke, Alufolie,
Jacke), vor weiterem Wärmeverlust schützen,
zum Tierarzt fahren.
Vergiftungen
Vergiftungen sind
recht selten auftretende Notfälle, trotzdem sollte
man auch Verdachtsfälle ernst nehmen und sicherheitshalber
zum Tierarzt fahren, wenn Symptome auftreten die auf
eine Vergiftung hinweisen könnten. Die meisten
Vergiftungsfälle entstehen, weil giftige Substanzen
im Haushalt nicht sicher genug verwahrt werden. Man
sollte immer daran denken, dass Hunde (vor allem Beagles)
oft die unmöglichsten Sachen aufnehmen und fressen
und gefährliche Stoffe deshalb für Hunde
unerreichbar aufbewahren.
Maßnahmen bei Vergiftung:
Zuerst Giftquelle entfernen. Überlegen wie der
Hund das Gift aufgenommen hat. Gefressen: bei ätzenden
Stoffen NICHT zum Erbrechen bringen (das würde
die Speiseröhre noch mehr verätzen), ev.
Aktivkohle geben, 1 – 1,5g pro kg Körpergewicht
bis zu 50g (die Menge kann man mit Tabletten kaum
erreichen). KEINE Milch geben.
Kontakt über die Haut: Stellen großflächig
scheren und mit lauwarmen Wasser waschen um das Gift
zu entfernen bzw zu verdünnen.
Zeigt der Hund schon Symptome: Bei Erbrechen Atemwege
freihalten, Schockmaßnahmen, falls erforderlich.
Überlegen ob andere Ursachen möglich sind:
Hitzschlag, Epilepsie, Unfall...?
Auf jeden Fall zum Tierarzt, auch wenn eine Vergiftung
nicht sicher ist. Falls möglich eine Probe des
Giftes (auch Verpackung) mit zum Tierarzt nehmen und
ihn schon vorher telefonisch informieren.
Rattengift
Rattengift wirkt im Körper, indem es, als Vitamin
K Antagonist, die Blutgerinnung stört. D.h. bei
kleinen Wunden (die nicht nur oberflächlich sondern
immer wieder auch im Inneren des Körpers entstehen)
kann die Blutung vom Körper selbst nicht mehr
gestoppt werden und der Hund verblutet innerlich.
Symptome: Die Symptome treten meist erst nach 2 –
3 Tagen auf, wenn eine Behandlung nicht mehr möglich
ist. Das sind innere Blutungen und Blutergüsse.
Blut läuft aus Körperöffnungen, der
Puls ist schwach und kaum fühlbar und die Schleimhäute
sind bläulich gefärbt.
Schneckenkorn (Metaldehyd)
Schneckenkorn ist ein Nervengift, dass zur Bekämpfung
von Schnecken verwendet wird. Meist in Form von blauen
Körnern, wird es auf den Boden gestreut wo Hunde
es eventuell aufnehmen könnten.
Symptome: Schon nach 30 Minuten können erste
Symptome auftreten. Zuerst erkennbar sind Unruhe,
Augenzittern und vermehrter Speichelfluss. Später
krampft der Hund und hat Koordinationsstörungen,
letztendlich führt Atemstillstand zum Tod.
Frostschutzmittel (Äthylenglycol)
Da Frostschutzmittel recht süßlich riecht
und schmeckt, wird es von Hunden gerne getrunken.
Symptome: Nach einigen Stunden ist der Hund matt und
erbricht sich oder leidet unter Durchfall. Später
hat er krampfartige Anfälle und nach einigen
Tagen stirbt er an akutem Nierenversagen, da das Frostschutzmittel
Kristalle in der Niere bildet. In den ersten 24 Stunden
nach Aufnahme des Giftes behandelt, ist die Diagnose
noch recht gut.
Insektizide (Carbamate)
Carbamate, sind Insektenvernichter in Form von kleinen
farbigen Bröckchen, die oft auf Feldern eingesetzt
werden. Meist ist die Anwendung verboten (? der Polizei
melden). Das Gift ist ein Kontaktgift, d.h. es wird
auch über die Haut aufgenommen!
Symptome: Schwäche, Muskelzittern, Speicheln,
Durchfall, Atemnot, Krämpfe
Notfallapotheke selbst
zusammengestellt
Apotheken und
Tierärzte haben eine große Auswahl an Erste-Hilfe
Artikeln und stehen außerdem beratend zur Seite.
Einige der unten genannten Dinge wie z.B. Verbandsschere,
Mullbinden, Kompressen, Pflasterrollen,...bekommt
man relativ günstig in der Autoabteilung von
Baumärkten (Erste-Hilfe-Kästen fürs
Auto).
Notfallapotheke für
Zuhause:
-
Fieberthermometer
(am besten ein wasserfestes Digitales)
-
Zeckenzange
-
Verbandschere
mit abgerundeter Spitze
-
Pinzette
-
Desinfektionsmittel
-
Mullbinden
ca. 10cm breit (am besten mehrere Stück)
-
Sterile
Tupfer bzw sterile Wundabdeckung (als Wundauflage)
-
Verbandswatte
-
Pflasterrolle
-
Einwegspritze
ohne Nadel (für die Wundreinigung und Augenspülung)
-
Ev. sterile
Kochsalzlösung (für die Reinigung von
Wunden und als Augenspülung, sonst klares Wasser)
-
Coldpack
(für den Kühlschrank, zum Kühlen
von Schwellungen)
-
Schutzhandschuhe
-
Wundsalbe
-
Taschenlampe
-
Maulkorb
-
Ev. Trichter
um Manipulationen an Wunden zu verhindern.
Notfallapotheke für
Unterwegs:
-
Desinfektionsmittel
(z.B. Betaisodona, Braunol)
-
Heftpflasterrolle
-
Mullbinde
-
Kompressen
-
Pinzette
-
Verbandschere
-
Ev. Hundeschuh
-
Sauberes
Wasser
-
Telefonnummer
des Tierarztes und eines Taxiunternehmens, das auch
Hunde fährt
Checkliste - Wann sofort
zum Tierarzt?
-
Hund versucht
zu Erbrechen (er pumpt), es kommt aber nur Speichel:
Tierklinik! (ev. Magendrehung) Am besten gleich
eine TK aufsuchen, die eine OP vornehmen kann. Jede
Minute zählt. Im Zweifelsfall den Tierarzt
anrufen und fragen.
-
Hund setzt
längere Zeit keinen Kot ab. Es ist durchaus
normal, dass manche Hunde einen Tag keinen Kot absetzen.
Vorsichtig sollte man aber sein, wenn man weiß,
dass der Hund Gegenstände oder Verpackungsmaterial
gefressen hat oder zuvor eine größere
Menge an Knochen bekommen hat. Kommen auch noch
bestimmte Symptome hinzu wie Trägheit, Schmerzen,
... sollte der Tierarzt aufgesucht werden.
Außerdem sollte man immer sofort zum Tierarzt,
wenn der Kot schwarze Farbe hat. (verdautes Blut).
-
Durchfall
und Erbrechen: Besonders bei Welpen muss man vorsichtig
sein und besser zu früh als zu spät die
Ursache für die Durchfälle und das Erbrechen
abklären lassen. Bei erwachsenen Hunden sollte
man darauf achten, dass der Hund immer genug Flüssigkeit
zu sich nimmt, da der Kreislauf aufgrund des Wasserverlustes
schnell zusammenbrechen kann.
-
Hund setzt
braunen Harn ab: Zudem Mattigkeit und Fieber: Zum
Tierarzt für weitere Untersuchungen. Wenn der
Hund 1 – 2 Wochen zuvor Zecken hatte, könnte
es sich um Babesiose handeln
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