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Entwicklungsgeschichte des Hundes

War bis vor einiger Zeit noch strittig, ob der Urvater des Hundes wohl ein Goldschakal, ein Kojote oder ein Wolf war, so ist dies, nicht zuletzt durch die Forschungsarbeiten an der Universität Kiel, geklärt worden. Es wurden Kreuzungsversuche mit Pudeln durchgeführt. Dabei stellte sich schnell heraus, dass Ver-paarungen zwischen Pudel und Wolf (sog. Puwos) Nachkommen ergaben, die vom Ver-halten und Äußeren unseren Haushunden sehr stark ähnelten.

Weitere Indizien für den Wolf sind, dass in der Natur nur Verpaarungen zwischen Wolf und Hund, nicht aber zwischen Wolf und Schakal als gesichert gelten können. Auch weisen Ergeb-nisse von DNA – Tests auf den Wolf hin. Auch die Tatsache, dass die Gehirnmasse von domestizierten Tieren kleiner als die ihrer wildlebenden Vorfahren ist, spricht für den Wolf. Denn sowohl Schakal als auch Kojote sind deutlich kleiner als die des Wolfes. Auch das Ausdrucksverhalten von Hund und Wolf sind sich ähnlicher, als das zwischen Hund und Schakal oder Kojote.

Vor Tausenden Jahren begann die engere Beziehung zwischen Mensch und Hund. Wie sich das Zusammenleben genau entwickelt hat, wird wohl im Dunkel der Geschichte bleiben. Zur Zeit werden zwei Denkmodelle diskutiert:

1. Durch genetische Veränderungen entwickelten sich besonders zutrauliche Wölfe, die es in die Nähe der menschlichen Zuhausungen zog

2. Wolfswelpen wurden von menschlichen Frauen großgezogen und so blieben sie auch als erwachsene Tiere in der Nähe der Siedlungen.
Obwohl Menschen und Wölfe Nahrungskonkurrenten sind, so profitieren sie doch voneinander. Noch halten dienen Hunde in ursprünglichen Kulturen als Wärmequelle oder sie halten die Umgebung sauber, indem sie z.B. den Kot der Babys fressen.

Erst im Laufe der Zeit formten sich die verschiedenen Hunde in ihren Verwendungszweck aus. Wann genau die „Trennung“ zwischen Wolf und Hund stattgefunden hat, vermag zum heutigen Zeitpunkt niemand bestimmen. Die ersten Rassen entstanden um 4000 vor heutiger Zeitrechnung in Mesopotamien. Doch erst in den letzten Jahrhunderten ist es zu einer gezielten Zucht und Auswahl, und damit auch zu unsäglichen Auswüchsen, gekommen.

Zur Vertiefung des Themas:
Der Hund, Abstammung – Verhalten – Mensch und Hund von Erik Zimen. Erschienen als vollständige Taschenbuchausgabe im Wilhelm Goldmann Verlag München, 1992

 

 
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